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Corporate Social Responsibility (CSR)

Das soziale, ökologische und gesellschaftliche Engagement von Unternehmen – auch „CSR“ (Corporate Social Responsibility) genannt – gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Bei CSR geht es darum, über die rechtlichen Pflichten hinaus gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. CSR ist daher ein freiwilliges unternehmerisches Engagement. Unternehmen müssen selbst entscheiden können, in welchen Bereichen sie sich engagieren.

Nicht nur Geschäftspartner wägen häufiger die ökologischen und sozialen Risiken einer Geschäftspartnerschaft ab, auch das Bewusstsein und die Ansprüche der Kunden haben sich verändert. Tragödien wie der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza 2013 in Bangladesch mit mehr als 1.100 Toten haben dazu geführt, dass Kunden die „Strategie der Kostensenkung um jeden Preis“ hinterfragen und bei ihrer Kaufentscheidung vermehrt darauf achten, unter welchen Arbeitsbedingungen die Produkte hergestellt werden.

Erfreulicherweise haben viele Unternehmen in Deutschland und Bayern CSR als Wettbewerbsvorteil erkannt und setzen sich in vielfältiger Weise für die Gesellschaft und die Umwelt ein. Dies ist auch nicht verwunderlich. Bayern hat eine jahrhundertealte gelebte Unternehmerverantwortung: Die Fuggerei in Augsburg ist nichts anderes als CSR.

CSR wird der nationalen und internationalen Erfahrung und der Praxis vieler Unternehmen folgend in vier Handlungsfeldern konkretisiert: CSR am Arbeitsplatz, im Markt, im Gemeinwesen und gegenüber der Umwelt. Das Handlungsfeld „Arbeitsplatz“ stellt den Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Mittelpunkt, behandelt jedoch auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die konkrete Ausgestaltung des Arbeitsplatzes. Im Bereich „Markt“ geht es im Wesentlichen um Verbraucherschutz und faire Preisgestaltung, aber auch um die Implementierung von Sozialstandards. Ehrenamtliches Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie soziales Wirken des Unternehmens lassen sich unter dem Begriff „Gemeinwesen“ zusammenfassen. Im Umweltbereich spielen u. a. die Themenfelder „Klimaschutz“ oder die Einführung von Umweltstandards eine Rolle. Die Ansatzpunkte, Themen und Einstiegsmöglichkeiten in den Themenbereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales sind dabei für jedes Unternehmen unterschiedlich, einen Königsweg gibt es nicht.

Bayerische CSR-Strategie

Auch das Bayerische Sozialministerium engagiert sich in diesem Bereich und hat hierzu eine bayerische CSR-Strategie entwickelt. Die Strategie besteht aus drei Säulen: Die erste Säule betrifft die Bewusstseinsbildung, die zweite Säule beschäftigt sich mit der Vernetzung, die dritte Säule ist der Beratung zum Thema CSR gewidmet.

Unser Ziel ist es, das Thema gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Bayern in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, die Vorteile einer verantwortungsvollen Unternehmensführung aufzuzeigen und dadurch Unternehmen zu motivieren, sich sozial oder ökologisch zu engagieren. Gelebte gesellschaftliche Verantwortung durch Unternehmen ist eine Chance für mehr Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit. CSR ist damit als Faktor für wirtschaftlichen Erfolg im Eigeninteresse der Unternehmen.

Staatsministerin Kerstin Schreyer (2. v. r.) mit Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer vbw, und Peter Attin, MAN SE, auf dem Panel einer CSR-Veranstaltung am 26.04.2018 in München. Quelle: vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Fotograf: Stefan Obermeier. Jede Verwertung dieses Bildes im urheberrechtlichen Sinne ohne Einräumung der entsprechenden Nutzungsrechte durch die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist ausgeschlossen.

Bewusstseinsbildung

Mit der Veranstaltungsreihe „CSR-Roadshow" treibt das Bayerische Sozialministerium gemeinsam mit der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. – das Thema gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in Bayern sowohl in der Unternehmerschaft als auch in der Öffentlichkeit weiter voran.

Beim der fünften Veranstaltung der Reihe am 26.04.2018 in München betonte die bayerische Arbeits- und Sozialministerin Kerstin Schreyer: „Ökonomischer Erfolg und verantwortungsvolles Handeln sind zwei Seiten einer Medaille: Das ist aus meiner Sicht der springende Punkt, wenn es um CSR geht. Ich freue mich, dass so viele bayerische Unternehmen das erkannt haben und sich so vielseitig engagieren, zum Beispiel für familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Für mich zeigt das auch: es braucht für freiwilliges Engagement keine bürokratischen Regelungen. Wichtig sind stattdessen ein inspirierender Austausch und Bewusstseinsbildung.“

Um das Bewusstsein für die Relevanz von CSR für die Gesellschaft und die Unternehmen selbst in die Breite zu tragen, werben wir auch gemeinsam mit Bayerischen Industrie- und Handelskammertag e. V. – BIHK– auf den jährlich stattfindenden Bayerischen CSR-Tagen für die aktive Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen. Dieser Veranstaltungsreihe will eine Plattform sein, um zum Thema zu sensibilisieren und zu informieren. Der 5. Bayerische CSR-Tag im September 2017 fand mit rund 300 Teilnehmern großen Anklang.

Wirtschaft weiß-blau

Die Unternehmen der bayerischen Wirtschaft engagieren sich seit vielen Jahren freiwillig für das Gemeinwohl. Auf der Plattform „Wirtschaft weiß-blau“ der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. können die Breite und Vielfalt des freiwilligen Engagements erkundet werden.

Zahlreiche Unternehmen stellen dort ihr CSR-Engagement vor. Frau Staatsministerin Schreyer hat die Schirmherrschaft für dieses Portal übernommen: „Schon über 3.000 Unternehmen stellen auf dem Portal Wirtschaft weiß-blau ihr Engagement im Bereich CSR vor - ein toller Erfolg! Als Unternehmerin oder Unternehmer gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen ist auch ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Ich freue mich sehr, dass die bayerischen Unternehmen dies erkannt haben und danach handeln. Das Portal Wirtschaft weiß-blau macht diesen Erfolg sichtbar“, so Schreyer.

Staatsministerin a.D. Emilia Müller und BIHK-Präsident Dr. Eberhard Sasse beim fünften Bayerischen CSR-Tag am 26.09.2017 in München. Foto: ihk/Goran Gajanin

Weiterführende Informationen

Im Rahmen des fünften Bayerischen CSR-Tags am 26.09.2017 in München wurde die gemeinsam von Arbeitsministerium und Bayerischen Industrie- und Handelskammertag herausgegebene Broschüre „Ein CSR-Praxisleitfaden für kleine und mittelständische Unternehmen in Bayern“ vorgestellt. Sie soll den Einstieg in das Thema CSR erleichtern, die Vorteile einer verantwortungsvollen Unternehmensführung aufzeigen und Unternehmen bei der Entwicklung einer eigenen CSR-Strategie unterstützen. In sieben Schritten zeigt sie interessierten Unternehmen den Weg zu einem CSR-Managementsystem auf.

Zusätzlich informieren das Bayerische Arbeits- und Sozialministerium gemeinsam mit dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag BIHK e. V. alle Interessierten auf einer Website zum Thema CSR speziell für kleinere und mittelständische Unternehmen. Unternehmen bekommen dort Hilfestellungen, Tipps und Anregungen, das bereits vorhandene Engagement zu systematisieren, weiter auszubauen und in ein strategisches CSR-Management zu überführen. Die Website enthält auch einen interaktiven Online-Selbsttest, anhand dessen Unternehmen ihre derzeitige CSR-Strategie überprüfen und sich Anregungen und Tipps zur Verbesserung holen können. Zudem werden vielfältige Good-Practice-Beispiele aus der bayerischen Unternehmenspraxis vorgestellt.