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Stärkung demokratischer Werte

Pluralismus und Vielfalt der Lebensstile, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, Toleranz und Frieden, freie Wahlen und soziale Absicherung – dies alles sind Errungenschaften unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Diese Werte sind unverrückbare Grundpfeiler der Arbeit in der Radikalisierungsprävention.

In der Radikalisierungsprävention geht es vor allem um die Stärkung demokratischer Werte. Demokratische Zusammenhänge werden sichtbar und bewusst gemacht, zur Diskussion gestellt und damit die demokratische Wertehaltung gefördert sowie die Bereitschaft zum Mitmachen gestärkt. Sie trägt zur Stabilisierung insbesondere junger Menschen bei, damit diese ihren Platz in der Gesellschaft finden und ihre Beziehungs-, Konflikt- und Erlebnisfähigkeit sowie das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit gestärkt werden.

Ein Ziel bei der Präventionsarbeit ist, dass Radikalisierung möglichst gar nicht erst entsteht bzw. von Anfang an unterbunden werden kann. Die Radikalisierungsprävention umfasst dabei sowohl die Phänomenbereiche religiös motivierter Radikalisierung sowie Links- und Rechtsextremismus. Prävention macht Menschen immun gegen extremistische Botschaften und stärkt die Ambiguitätstoleranz und verringert somit die Gefahr, dass sie sich einer extremistischen Gruppierung anschließen und schlimmstenfalls sich selbst oder andere gefährden.

Unsere Handlungs- und Kommunikationsstrategien im Bereich der Radikalisierungsprävention richten sich daher an die gesamte Gesellschaft; sie flächendeckend zu etablieren ist ein wichtiger Aspekt gelingender Prävention und der beste Schutz vor Straftaten durch Extremisten. Die Präventionsarbeit in der Radikalisierungsprävention schließt auch die Konzeption, Koordinierung und Förderung von Maßnahmen zur Wissensvermittlung, Sensibilisierung zum Umgang mit Radikalisierung, Vernetzung und Projektarbeit mit ein.

Das Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus

Im Bereich der Salafismusprävention ist das Sozialministerium Partner in der Interministeriellen Arbeitsgruppe unter Federführung des Bayerischen Innenministeriums. Diese ist zuständig für die interministerielle Koordinierung des Bayerischen Netzwerks für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus. Aufklärung und Information, Vernetzung und Zusammenarbeit, Brücken schlagen und Antworten finden – hier sind Sie richtig: zur Website Antworten auf Salafismus

Ebenfalls Mitglied des Netzwerks ist die eigens vom Sozialministerium eingerichtete bayernweite Fachstelle zur Prävention von religiös begründeter Radikalisierung in Bayern (ufuq.de). Sie berät als zivilgesellschaftlicher Träger im Bereich der allgemeinen Prävention Einrichtungen der Bildungs- und Jugendarbeit, aber auch kommunale Verwaltungen und zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure im pädagogischen Umgang mit demokratie- und freiheitsfeindlichen Einstellungen. Ein Ziel ist es, Jugendlichen und deren Umfeld Alternativen zu radikaler Argumentation anzubieten und sie dagegen zu stärken.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Prävention von religiös begründeter Radikalisierung.

Das Bayerische Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus mit den drei Säulen Vorbeugen – Unterstützen – Eingreifen

Das Bayerische Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus

Neufassung des Konzepts

Das Handlungskonzept der Bayerischen Staatsregierung gegen Rechtsextremismus wurde im Rahmen der interministeriellen Zusammenarbeit zwischen dem federführenden Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz, dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst und dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration inhaltlich und konzeptionell neu gefasst und graphisch völlig neu gestaltet.

Es stellt die staatlichen Strukturen, Vorgehensweisen und Maßnahmen in Bayern, die in den drei Säulen Vorbeugen – Unterstützen – Eingreifen konzeptionell eingebettet sind, umfassend dar. Neben den verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus werden die staatlichen Akteure und Anlaufstellen im Bereich der drei Säulen vorgestellt sowie die ressortübergreifende Zusammenarbeit und Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren aufgezeigt.

Das Bayerische Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus richtet sich vorrangig an die Politik, ein Fachpublikum sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich detailliert mit der Gesamtstrategie der Bayerischen Staatsregierung im Kampf gegen den Rechtsextremismus befassen wollen. Für die breite Öffentlichkeit, aber auch für Betroffene, die sich über die vielfältigen Beratungsangebote informieren wollen, wurde begleitend eine kurze Broschüre erstellt.

Hier können Sie das das Bayerische Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus bestellen oder herunterladen.

Sozialministerium als Ansprechpartner für die Prävention

Das Sozialministerium ist Ansprechpartner für die Prävention im Rahmen des Bayerischen Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus. Ein wichtiger Akteur dabei ist die 2007 etablierte Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS). Deren Maßnahmen wie z. B. die Vermittlungs- und Unterstützungsarbeit zur Ausweitung und Verstetigung der Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Rechtsextremismus und Rassismus werden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ und aus Mitteln der Prävention des Bayerischen Sozialministeriums gefördert.

Zur Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS)

Einen Überblick über die vielfältigen Projekte und Maßnahmen gegen Rechtsextremismus in den Regierungsbezirken Bayerns gibt eine im Rahmen des Fachtags „Rechtsextremismus: Vernetzung und präventives Handeln in Bayern“ im Sozialministerium vorgestellte interaktive Landkarte.

Zentrale Aussagen zum Thema Prävention finden Sie im Vortrag „Was kann Prävention?“ von Dr. Christian Lüders vom Deutschen Jugendinstitut.

Für Fragen und Anregungen zur Präventionsarbeit und Vernetzung, bei Fragen zu Förderangelegenheiten der Radikalisierungsprävention im allgemeinpräventiven Bereich, einschließlich der Bundesprogramme wie „Demokratie leben!“ und EU-Förderungen, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail.